Dokumentarfilm

Souvenirs de la Géhenne (Memories from Gehenna)

Zehn Jahre nach dem rassistischen Mord an einem jungen Maghreber kehrt der Regisseur Thomas Jenkoe in die französische Kleinstadt Grande-Synthe zurück, wo er aufgewachsen ist. Jenkoe selbst spricht im Film einen Diskurs in erster Person, der Aussagen des Mörders aus dem Gerichtsverfahren appropriiert, und verwebt diese mit vor Ort gesammelten Geschichten, Gerüchten und Kommentaren. Die Stimmen begleiten uns während uns Bilder denrekonstruierten Streifzug des Mörders durch die Stadt, unmittelbar vor der Tat, zeigen. Wir bewegen uns in einem Spannungsfeld steigenden Unwohlseins in welchem sich architektonische Aufnahmen apokalyptischer Schönheit und reale Aussagen zu einer dramaturgischen "Gehenna" verdichten: diese ist in der rabbinischen Literatur ein Ort der Strafe Gottes, welcher sowohl seelische wie auch physische Hölle bedeuten kann.

Diese Arbeit wurden beim dokKa Festival 2016 präsentiert: 27.05.2016 17:00 Uhr