Aktuelles vom Festival

SWR 2 sendet dokKa Preisträger

SWR2 sendet den "DOKKA-PREIS FÜR DIE AUSGEZEICHNETE HÖRDOKUMENTATION" am Mittwoch, 16.7. um 22.03 Uhr. Radio einschalten und auf SWR 2 stellen. Wir freuen uns für Lorenz Rollhäuser und  "Kreuzberg von oben". Das Festival gratuliert!

Der Festivalsrückblick 2014

Bilder von den Veranstaltungen sind auf unserer Facebook Seite zu finden. Hier klicken

Die Gespräche aus dem dokKa-Zelt sind als Mitschnitte auf dem Dokublog zu finden. Hier bloggt Wolfram Wessels aus dem Festivalbüro. Hier klicken oder direkt zu den Audio-Daten, dann hier klicken

Die Preise des dokKa Festivals 2014

LOBENDE ERWÄHNUNG FÜR
Assessment von Mischa Hedinger

Die Kamera richtet unseren Blick auf eine Leerstelle. Dort wird gleich ein Mensch Platz nehmen und Auskunft geben müssen. Der Film bringt uns in die ungemütliche Situation, selbst zum Assessor des Gesagten und Gesehen zu werden. Das System des Neoliberalismus greift aus dem Film auf uns über. Das sieht einfach aus. Aber durch die kluge Montage wird dadurch aber eine intensive und hochkomplexe Auseinandersetzung mit den Formen staatlicher Nötigung.

DOKKA-FÖRDERPREIS DOKUMENTARFILM FÜR
Zuwandern von Sabine Herpich und Diana Botescu

Der von uns mit dem Förderpreis Dokumentarfilm ausgezeichnete Film ZUWANDERN setzt voll und ganz auf seine Protagonisten und macht damit alles richtig. Eine Stärke von Sabine Herpich und Diana Botescu liegt in der empathischen und beharrlichen Beobachtung über einen langen Zeitraum. Wir, als Zuschauer werden direkt in das Geschehen gezogen und dabei Zeuge einer beeindruckenden Widerstandsfähigkeit gegen die Widrigkeiten migrantischer Systemfragen. Dabei verzichtet der Film auf unnötige Dramatisierung und will uns nicht belehren. Selten haben wir in einem Film einen so starken, ungebrochenen Optimismus, wie den der Familie Badea erleben dürfen. Gleichzeitig zeigen die Filmemacherinnen aber auch, daß es in Deutschland wenig Anlass für solche Zuversicht gibt.
Die Jury hat den Film ZUWANDERN ebenso als Geschenk begriffen wie die Filmemacherinnen offensichtlich ihre Protagonisten. Und dafür wollen wir uns bedanken.

DOKKA-PREIS FÜR DIE AUSGEZEICHNETE HÖRDOKUMENTATION FÜR
Kreuzberg von Oben. Ein Versuch über Geld und Moral von Lorenz Rollhäuser

Persönlich zu werden, ohne Nabelschau zu betreiben; die eigene Situation zu betrachten und dabei einen gesellschaftspolitischen Prozess in den Blick zu nehmen. Das hat unserer Meinung nach das Radio-Feature „Kreuzberg von oben“ von Autor, Produzent und Regisseur Lorenz Rollhäuser vermocht.
Da hat ein sagen wir ruhig: Altlinker geerbt, und nun weiß er nicht recht, was er davon zu halten hat. Plötzlich sind die finanziellen Sorgen weg - aber damit auch die Stützen seines Selbstbildes als Nicht-Privilegierter. Plötzlich ist eine mächtig schöne Wohnung da - aber damit auch die Frage, ob ihm die als Erbe überhaupt zusteht. Denn wenn er vom Balkon herunterschaut, liegt unten Kreuzberg, und Kreuzberg wird gerade gentrifiziert.
Einen Versuch über Geld und Moral nennt Rollhäuser sein Stück im Untertitel - und in der Tat haben wir es mit einem akustischen Essay zu tun. Als Zwiegespräch aufgebaut durchschreitet er psychologische wie tatsächliche Räume und montiert dabei Atmos und Sprachpartikel zu Bildern eines Milieus zusammen.
Danke, Mutter, danke, Vater - reicht das? Unserem Autor reicht das nicht, und er setzt sich in seiner Produktion mit einem Dilemma, das viele teilen und die wenigsten benennen, auseinander. Wie hier Lorenz Rollhäuser Humor und Analyse mit Hilfe aller radiophonen Mittel zusammenbringt, hat uns überzeugt. Herzlichen Glückwunsch -    

DOKKA-PREIS FÜR DIE BESTE DOKUMENTARISCHE ARBEIT
Weiß der Wind von Philipp Diettrich

Wo befinden wir uns? Wir befinden uns nah an einem Körper, nah an einer Landschaft. Aber auch nah bei einer Familie?
In „Weiß der Wind“ von Philipp Diettrich wird das Verhältnis von Orten und Personen, aber auch Bildern und Tönen Augen öffnend neu geordnet. Es geht um eine Familie, die nicht gemeinsam im Bild zu sehen ist. Es geht um eine Familie, die nicht miteinander zu sprechen scheint. Und dazwischen knallt es.
Formale Stringenz und fragmentarische Darstellung können hier nebeneinander bestehen. Ein Film als Zustand, der keine Kausalitäten herstellt. Die Kamera von Melanie Jilg schafft präzise Schwarz-Weiß-Bilder, die nicht überwältigen wollen, und doch nahe kommen. Eine kühle Ästhetik, die trotzdem in der Lage ist, zärtliche und poetische Momente zu schaffen.